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Schon bald nach seiner Entdeckung im Jahre 1930 begann man zu zweifeln,
ob es sich bei Pluto um einen echten Planeten handelt. Zum einen
ist er äußerst klein, sogar deutlich kleiner als unser Mond. Zum
andern umläuft er die Sonne auf einer sehr ungewöhnlichen Bahn, die
eher derjenigen von Asteroiden gleicht. Doch da Pluto der einzige
kleine Himmelskörper dort draußen war, ließ man ihn einstweilen als
Planeten gelten. Im Laufe der letzten Jahre sind nun im äußeren Sonnensystem
jenseits von Neptun etliche neue Himmelskörper entdeckt worden. Viele
von ihnen haben ähnliche physikalische Eigenschaften wie Pluto und
umkreisen die Sonne sogar auf Bahnen, die der Bahn Plutos ähneln.
Sie alle sind von Anfang an als Asteroiden klassifiziert
worden. Schon seit einigen Jahren ist daher bei vielen Astronomen
die Auffassung gewachsen, daß Pluto in Wahrheit gar kein Planet,
sondern ein sogenannter Asteroid sei.
Zu einem echten Problem geworden ist diese Frage vor etwa drei
Jahren, als zum ersten Mal ein transneptunisches Objekt entdeckt
wurde, das etwas größer ist als Pluto, mit der Bezeichnung 2003 UB313.
Er hat den provisorischen Namen Xena (griechisch die
Fremde oder die zu Gast ist) erhalten und ist zur
Zeit etwa dreimal so weit von der Erde entfernt wie Pluto. Da Pluto
im Jahre 2003 noch als Planet galt, zogen manche Astronomen daraus
den Schluß, daß UB313 der zehnte Planet sei. Doch andere forderten,
daß die Entdeckung von UB313 nun eine Degradierung Plutos zum Asteroiden
erzwingt. Diese Ansicht scheint sich in Prag nun durchgesetzt zu
haben, wenigstens ein Stück weit. Am 24. August hat die Internationale
Astronomische Union (IAU) bei ihrer Generalversammlung in Prag
den Begriff Planet erstmals eindeutig definiert und eine
neue Klassifizierung der Himmelskörper festgelegt.
Die neue Sprachregelung ist nun wie folgt:
- Echte Planeten gibt es acht: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter,
Saturn, Uranus, Neptun
- Daneben gibt es eine Anzahl von Zwergplaneten (dwarf
planets). Zu ihnen gehören Pluto, 2003 UB313 und die zwischen Mars
und Jupiter kreisende Ceres.
- Welche der bekannten Himmelskörper sonst noch dazu gehören, wird
in den kommenden Monaten entschieden.
- Die übrigen die Sonne umlaufenden Himmelskörper, wie Asteroiden
und Kometen, gelten nun also small solar system bodies.
Viele
Astrologieinteressierte stellen sich besorgt die Frage, welche Folgen
die Degradierung Plutos für die Astrologie hat. Muß Pluto nun
aus der Horoskopdeutung ausgeschlossen werden? Muß man ihn anders
deuten? Sind die Astrodienst-Horoskopdeutungen jetzt noch gültig?
Um es gleich vorwegzunehmen: Derartige Sorgen sind unbegründet.
Die Erkenntnisse, die Astrologen über die astrologische Wirkung Plutos
seit 1930 gewonnen haben, werden dadurch nicht angetastet. Seine
Bedeutung im Horoskop bleibt dieselbe. Die Horoskope von Astrodienst
bleiben gültig.
Die Entscheidung der Astronomen, daß Pluto kein Planet mehr sei,
ist auch gar nicht als eine neue Erkenntnis zu werten, die unser
Wissen über Pluto schlagartig revolutionierte. Vielmehr handelt es
sich um eine Art offizielle Sprachregelung der Astronomen. An Plutos
Natur oder an unserem Wissen über ihn hat sich damit nichts geändert.
Geändert hat sich allenfalls die Art und Weise, wie wir ihn im Zusammenhang
mit den anderen Himmelskörpern einschätzen.
Es ist aber denkbar, daß einige Astrologen gerade aus dieser neuen
Beurteilung Plutos im Rahmen des Sonnensystems Konsequenzen ziehen.
Vielleicht werden einige tatsächlich nicht mehr mit Pluto arbeiten.
Es gibt ja sogar Astrologen, die nicht einmal Uranus und Neptun verwenden,
sondern nur die klassischen Planeten, die von Auge (also ohne Teleskop)
sichtbar sind und schon in der Antike bekannt waren. Doch auf Pluto
werden nur sehr wenige Astrologen verzichten wollen. Zu wichtig sind
die astrologischen Prozesse, die er auslöst. Eher noch ist es denkbar,
daß etliche Astrologen nun beginnen, auch weitere Zwergplaneten in
die Horoskopdeutung einzubeziehen, z.B. eben UB313, Ceres und andere.
Allerdings sind diese Himmelskörper astrologisch noch nicht sehr
gut erforscht. Von UB313 weiß man noch so gut wie gar nichts.

Also kein Grund zur Beunruhigung für Astrologen und astrologisch
Interessierte, aber sehr wohl ein Grund für Aufregung und weitere
Forschung! |